Berichte

Bericht des Besuchs der U FEROX SKILL / Dienstag 24.08.2021

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Um es vorwegzunehmen, der Zeitplan ging am Tag unseres Besuchs der U FEROX SKILL perfekt auf. Doch lasst uns den Tag in Form dieses Berichts nochmals geschehen.

Die Delegation der OG Werdenberg traf sich vormittags um 11:20 Uhr beim Parkplatz Rondelle in Buchs. Der Weg führte uns via Sarganserland und der Zürich Oberland Autobahn nach Kloten, wo wir von der Delegation der Sarganserländer OG und einigen Mitgliedern des Vereins Schweizer Armeefreunde begrüsst wurden.

Sogleich begaben wir uns in den Theoriesaal und lauschten gespannt den Worten von Oberst i Gst Ulrich Zoelly und Marc Schäfer, welche beide die gute Zusammenarbeit zwischen der Armee und den zivilen Sicherheitsorganen hervorgehoben haben.

Anschliessend an die Referate wurde durch den Flughafen Zürich ein Reisecar zur Verfügung gestellt, mit welchem wir die in Rundfahrt in- und ausserhalb des Sicherheitsdispositivs gestartet sind. Die Besucher wurden an diverse system-relevante Objekte herangeführt und wurden durch die anwesenden Experten über die Objekte und deren Aufgabe informiert. So manches Aha-Erlebnis konnte so geschaffen werden.

Begleitet wurde unser Car durch die Kantonspolizei Zürich, da wir uns auf dem Flughafengelände befanden. Wir fuhren als erstes zum Checkpoint des Inf Bat 65 und haben uns dort die Lage angesehen. Es wurde uns mitgeteilt das der Kp Kdt aufgrund der eher knappen Bestände mit etwas Fantasie und Improvisation den Checkpoint im zwei-Schicht Betrieb unterhält. Über eine längere Dauer als FEROX SKILL würde das wohl nicht gut funktionieren. Nach dem Checkpoint ging es weiter im Car. Uns wurde erläutert, wie die Flugfeldbeleuchtung funktioniert und was es mit der Tank- und Pumpanlage auf sich hat. Zwei sehr kritische Infrastrukturen nach unserer Meinung.

Nach der Rundfahrt und dem Besuch der Objekte erfolgte die Verschiebung zurück in die Kaserne Kloten. Dort haben wir uns von unseren Kameraden verabschiedet und machten uns dann auf den Weg nach Frauenfeld zum zweiten, inoffiziellen Teil, unseres Besuchs der U FEROX SKILL.

Unser Präsident, Maj Swen Büchel, stand als S3 (Chef Einsatz) des G Bat 23 während der U FEROX SKILL selbst im Einsatz, und hat uns herzlich empfangen. Er hat uns aufgezeigt was der Auftrag des G Bat 23 ist, und hat uns über die „Grosswetterlage“ informiert. Anschliessend konnten wir einige Objekte auf dem Waffenplatz Frauenfeld besichtigen. Das G Bat 23 hat einen Grossteil des Wpl umgegraben, hat Gräben, Schutzwälle und Wannendeckungen erstellt, ebenso wurden im recht grossen Einsatzgebiet des G Bat einige Brücken eingelegt.

Am Ende unseres Besuchs beim Präsidenten durften wir uns mit einem Steh-Apéro wieder stärken. Der Tag war lang, aber interessant, und wir konnten mit vielen interessanten Informationen und Eindrücken wieder den Weg nach Hause antreten.
Bericht: Karl Widmer

Bericht Fachvortrag Luftwaffe – 04.09.2020

Ohne neue Kampfflugzeuge kein Schutz der dritten Dimension

Die Offiziersgesellschaft hat am 04.09.2020 eine Informationsveranstaltung zu der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge im Buchserhof durchgeführt. Die beiden Referenten Brigadier Werner Epper, Kdt Stv Luftwaffe und Dr. Christian Anrig, Chef Luftwaffendoktrin haben in einem eindrücklichen Referat die Notwendigkeit der Schweizer Luftwaffe aufgezeigt und über den aktuellen Stand der Beschaffung informiert. Der Anlass fand guten Anklang.

Abbildung 1: Major Büchel, Präsident Offiziersgesellschaft Werdenberg

Major Swen Büchel, der Präsident der Offiziersgesellschaft, begrüsst die anwesenden Referenten und Gäste und eröffnet den Abend mit der Vorstellung der OG Werdenberg und übergibt im Anschluss das Wort an die beiden Referenten.

Die Armee ist ein Pfeiler des Schutzes der Schweizer Bevölkerung. Frau Bundesrätin Calmy-Rey hat es im Jahr 2006 anlässlich eines Besuchs bei der Truppe selbst gesagt. Die Schweiz ist verpflichtet eine Armee zu haben, um ihre Neutralität notfalls mit Waffengewalt zu verteidigen.

Um die Schweiz, die Neutralität und die Bevölkerung zu schützen, muss die Armee im Stande sein, auch die dritte Dimension zu schützen und zu verteidigen. «Kämpfen – Schützen – Helfen» der Auftrag der Armee wird sich so schnell nicht ändern.

Die Luftwaffe will zukünftig über integrierte Systeme verfügen, sodass die Verteidigung Boden – Luft sowie Luft – Luft gesamthaft koordiniert werden kann. Im Rahmen des Programms Air2030 werden nicht nur neue Kampfflugzeuge beschafft, sondern auch weitere Rüstungsgüter. So zum Beispiel das Teilprojekt BODLUV, sowie auch neue Computer- und Radarsysteme, etc. Br Epper betont, dass die Kampfflugzeuge aus dem ordentlichen Militärbudget bezahlt werden und dass bei einem Nein an der Urne das Geld für andere Beschaffungsprojekte eingesetzt werden kann.  

Abbildung 2: Brigadier Epper (1.vl) und Dr. Anrig (2.vl)

Alle vier evaluierten Kampfflugzeuge erfüllen die Bedürfnisse der Luftwaffe. Das Prüfverfahren wurde für alle Flugzeugtypen identisch durchgeführt und manipulationssicher aufgebaut. So wird sichergestellt, dass nicht bereits vorab irgendwelche halbfertigen Berichte, Kosten, oder andere Details veröffentlicht werden, welche ihrerseits entweder die Evaluation beeinflussen oder aber die Abstimmung gefährden könnten.

Die Luftwaffe soll zukünftig auf die Verteidigung ausgerichtet werden. Dr. Anrig zeigt dies anhand eines Beispiels auf. «Eine Luftkampagne beginnt mit der Beschaffung von Informationen. Innerhalb von Verteidigungsbündnissen, wie bspw. der NATO, werden Informationen zwischen den Mitgliedsstaaten geteilt. Der internationale Militäreinsatz in Libyen 2011 hat gezeigt, dass eine kleine Flugzeugflotte von ca. 20 Kampfflugzeugen, mit welcher der Hauptangriff geflogen wurde, eine grosse Anzahl an Bodenzielen bekämpfen können. Auch wurde festgestellt, dass mittlere Höhen zwischen 3000 – 8000 Metern üM für die Luftwaffe das Schlüsselgelände darstellte. Dies ergibt sich aus der Wirkungsdistanz der Flugabwehrsysteme. Dieses Schlüsselgelände ist der Grund, weshalb das neue Kampfflugzeug sowie BODLUV auf diese Bedürfnisse ausgerichtet werden müssen. Dieses Schlüsselgelände gibt es auch in der Schweiz und muss verteidigt werden können.»

Es gibt keine Alternative zum neuen Kampfflugzeug. Trainingsflugzeuge, Kampfhelikopter und Drohnen sind zu langsam, besitzen nicht die benötigte Steigfähigkeit und verfügen nicht über die entsprechende Bewaffnung. Sinnbildlich kann hier der Vergleich zwischen einem Pony und einem Pferd gemacht werden. Ein Pony sieht aus wie ein Pferd, verliert im Wettkampf jedoch gegen ein Pferd, da es nicht über dieselben Fähigkeiten verfügt.

Bei der Beschaffung des neuen Kampfflugzeuges werden auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Heute ist die Luftwaffe für 0.3% des gesamtschweizerischen CO2 Ausstosses. Mit der Beschaffung des NKF soll diese um bis zu 10% gesenkt werden. Auch der Lärm soll um bis zu 25% gesenkt werden können.

Wenn die Kampfflugzeuge und das BODLUV nicht beschafft werden, ist die Armee ab 2030 in der dritten Dimension schutzlos.

Deshalb sagen wir Ja zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge.

Ältere Berichte

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